Bauaufzüge

Zahnstangen-Bauaufzüge und NR-18 in Brasilien: Anforderungen im Überblick

Was NR-18 Punkt 18.11 für Bauaufzüge in Brasilien vorschreibt: ab wann ein Aufzug Pflicht ist, welche Sicherheitseinrichtungen erforderlich sind, welche Unterlagen auf der Baustelle vorliegen müssen, Prüfungen, Bedienerschulung und importierte Geräte.

Kurzantwort: In Brasilien regelt NR-18 Punkt 18.11, in Kraft seit dem 3. Januar 2022, die Bauaufzüge. Ab 10 m Gebäudehöhe ist ein motorisierter Materialaufzug vorgeschrieben, ab 24 m ein Personenaufzug. Auf der Baustelle müssen ein Prüfbericht über die Notbremse, der spätestens alle 90 Tage erstellt wird, die Aufzeichnungen der täglichen Kontrollen vor Arbeitsbeginn und die Betriebsanleitung des Herstellers vorliegen.

Welche Vorschriften gelten?

NR-18, die Regulierungsnorm für Arbeitssicherheit in der Bauindustrie, behandelt Bauaufzüge in Punkt 18.11 (Portaria SEPRT 3.733/2020). Die früheren Punkte 18.14.x wurden aufgehoben. Außerdem gilt NR-12 zur Sicherheit von Maschinen, einschließlich ihrer Vorgaben zu Wartungsnachweisen, Typenschildern und Betriebsanleitungen.

Aufzüge müssen von einer gesetzlich zugelassenen Fachkraft nach den geltenden nationalen technischen Normen konstruiert werden oder, wenn es keine nationale Norm gibt, nach den geltenden internationalen Normen. Einseilaufzüge sowie mit mehr als einem Seil nachgerüstete Aufzüge, die die nationalen technischen Normen nicht erfüllen, dürfen nicht installiert werden.

Wann ist ein Aufzug Pflicht?

  • Ab 10 m Gebäudehöhe: ein motorisiertes System für den vertikalen Materialtransport
  • Ab 24 m: mindestens ein Personenaufzug, der die gesamte Gebäudehöhe bedient
  • Der Personenaufzug muss installiert sein, sobald das Bauwerk 15 m Höhe erreicht

Erforderliche Sicherheitseinrichtungen

NR-18 nennt Mindestausstattung und Sicherheitseinrichtungen, unter anderem:

  • Zweikanalige, zwangsöffnende, überwachte elektrische Verriegelungen, die den Fahrkorb stoppen, wenn Fahrkorbtür, Dachluke, Rampe, Bodenumwehrung oder eine Haltestellentür geöffnet ist
  • Eine Notvorrichtung gegen freien Fall, die den Fahrkorb oberhalb der Nenngeschwindigkeit abwärts abbremst und die Energiezufuhr unterbricht
  • Obere und untere Notendschalter, eine Entgleisungssicherung und Puffer
  • Eine Überlastsicherung, ein Schlüsselschalter gegen unbefugte Benutzung und ein Betriebsstundenzähler
  • Ein Schild mit der höchstzulässigen Personenzahl und der maximalen Last in kg
  • Haltestellentüren mit mindestens 1,8 m Höhe, so verriegelt, dass sie sich nur öffnen lassen, wenn der Fahrkorb in diesem Stockwerk steht

Bei Zahnstangenaufzügen muss der oberste Mastschuss mit umgekehrt montierter Zahnstange oder ohne Zahnstange ausgeführt sein, damit der Fahrkorb nicht über das Mastende hinausfahren kann.

Unterlagen, die auf der Baustelle vorliegen müssen

  • Ein Programm zur vorbeugenden Wartung vom Vermieter, Importeur oder Hersteller
  • Das Protokoll der technischen Übergabe (termo de entrega técnica)
  • Ein Prüfbericht über die Notbremse, spätestens alle 90 Tage, unterzeichnet von der verantwortlichen Fachkraft
  • Aufzeichnungen der täglichen Kontrollen des Bedieners vor Arbeitsbeginn
  • Berichte über zerstörungsfreie Prüfungen der Wellen von Motorbremse und Notbremse
  • Die Betriebsanleitung des Herstellers und Wartungsnachweise nach NR-12
  • Ein Erdungsprüfbericht, unterzeichnet von einer gesetzlich zugelassenen Fachkraft

Montage, Wartung und Verantwortung

Hersteller, Vermieter sowie Montage- und Wartungsunternehmen müssen bei der Berufskammer registriert sein und unter der Verantwortung einer gesetzlich zugelassenen Fachkraft arbeiten. Installation, Montage, Demontage und Wartung führt geschultes Personal mit förmlicher Freigabe des Unternehmens durch; der Arbeitsbereich wird abgesperrt, und bei ungünstiger Witterung wird nicht gearbeitet.

Ingenieurleistungen werden nach Bundesrecht über eine ART (Anotação de Responsabilidade Técnica) registriert. Arbeitsinspektoren können einen Aufzug stilllegen oder die Bauarbeiten ganz oder teilweise einstellen lassen, wenn sie eine ernste und unmittelbare Gefahr feststellen.

Bedienerschulung

Aufzugsbediener benötigen 16 Stunden Erstschulung und jährlich 4 Stunden Wiederholungsschulung. Auch Montage- und Wartungsteams erhalten eine Erst- und eine jährliche Schulung, die der Arbeitgeber festlegt und die auf das jeweilige Gerät abgestimmt ist.

Importierte Aufzüge

NR-18 sieht kein gesondertes Zulassungsverfahren für importierte Aufzüge vor, importierte Geräte müssen jedoch NR-12 erfüllen. Dazu gehören eine Betriebsanleitung in brasilianischem Portugiesisch, die der Hersteller oder Importeur bereitstellt, und ein Typenschild mit den Angaben des Importeurs und seiner Registrierungsnummer bei der Berufskammer.

Für Montage und Wartung des Aufzugs wird ein brasilianischer Partner benötigt, der bei der Berufskammer registriert ist. Die Zertifizierung nach EN 12159 stützt die technische Dokumentation; die Übereinstimmung mit der anwendbaren brasilianischen Norm beurteilt die verantwortliche Fachkraft.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Bauaufzug in Brasilien Pflicht?

Ja, ab bestimmten Höhen. NR-18 verlangt ab 10 m einen motorisierten Materialaufzug und ab 24 m mindestens einen Personenaufzug, der installiert sein muss, sobald das Bauwerk 15 m erreicht.

Wie oft muss die Notbremse geprüft werden?

NR-18 verlangt spätestens alle 90 Tage einen Prüfbericht über die Notbremse, unterzeichnet von der verantwortlichen Fachkraft.

Sind Einseilaufzüge zulässig?

Nein. NR-18 verbietet Einseilaufzüge sowie mit mehr als einem Seil nachgerüstete Aufzüge, die die nationalen technischen Normen nicht erfüllen.

Wie viel Schulung benötigt ein Aufzugsbediener?

16 Stunden Erstschulung und jährlich 4 Stunden Wiederholungsschulung.

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Quellen

Dieser Beitrag fasst die Vorschriften mit Stand Oktober 2026 zusammen und ist keine Rechtsberatung. Prüfen Sie den aktuellen Text von NR-18 und NR-12 und ziehen Sie für jedes Projekt die verantwortliche Fachkraft hinzu.